Semperoper

Der Vorgängerbau der Semperoper war das Hoftheater. Es wurde 1838-41 von Gottfried Semper gebaut. 1869 brannte es durch Fahrlässigkeit aus. Schuld daran war ein Beleuchtungsgehilfe, der bei Reparaturarbeiten nicht aufgepasst und einen Kronleuchter in Brand gesetzt hatte. In den Jahren 1871-78 wurde die Oper wiederaufgebaut. Gottfried Semper schuf dazu zwar über 6000 Pläne und Briefe, den Wiederaufbau leitete jedoch sein Manfred Semper. Gottfried Semper konnte den Bau persönlich nicht leiten, weil er vom Hof verfemt wurde, als er 1849 mit anderen Bürgern gegen Sachsen und Preußen aufgetreten war.


Beim Bau der Oper verwendete man die Formen der italienischen Renaissance. Die Semperoper verfügt über 1712 Sitz- und 300 Stehplätze. Sie setzte die Maßstäbe im gesamten europäischen Theaterbau und gehört gleichzeitig zu den besten Bauleistungen der deutschen Architektur in dieser Zeit. Dresdner Bildhauer gestalteten den Bauschmuck. In den Fassadennischen befinden sich die Skulpturen, die Shakespeare, Sophokles, Molier, Euripides, Goethe und Schiller darstellen.


Mit der Semperoper sind viele Künstlernamen zu verbinden. Der königliche Kapellmeister an der Dresdner Oper war Richard Wagner. Dort konnte er seine großen Triumphe feiern: die Premiere von "Rienzi", des "Fliegenden Holländers" und von "Tannhäuser". 1849 musste er, ähnlich wie Gottfried Semper, aus Sachsen fliehen, weil auch er gegen Preußen und Sachgsen aufgetreten war. Ein anderer bekannter Komponist war Richard Strauss. Auch er feierte dort seine Erfolge. In der Semperoper wurden "Salome", "Elektra" und der "Rosenkavalier" uraufgeführt. 1914 wurde Ernst Edler von Schuch Generalmusikdirektor, der dort in den Jahren 1872-1914 Dirigent war und 51 Ur- sowie 120 Erstaufführungen dirigiert hatte. Er trug viel zur musikalischen Entwicklung der Semperoper bei und machte sie weltbekannt.


Nach dem Luftangrigg während des Zweiten Weltkrieges brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Während des Wiederaufbaus der Semperoper wurde das 40 Meter hohe Bühnenhaus mit der ausgezeichneten Akustik wiedergergestellt und die Innenausstattung restauriert, die durch rote, goldene und braune Farben geprägt ist. Nach 40 Jahren der Wiederaufbaus wurde die Semperoper am 13. Februar 1985 wiedereröffnet.


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