Residenzschloss

Das Residenzschloss ist ein ausgedehnter Baukomplex. Obwohl es 1945 schwer beschädigt wurde, ist das Schloss heute ein erstrangiges Monument, in dem sich 800 - jährige sächsische Geschichte und Kultur widerspiegeln. Im 12. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine Burg, von der heute nur der Unterbau des Turmes zeugt. 1382 erfolgten erste Veränderungen, 1471 wurde der Westflügel errichtet. Als Dresden 1485 feste Residenz wurde, kam es zum Umbau der mittelalterlichen Burg in ein Renaissanceschloss. 1530 wurde über dem nördlichen Stadttor das repräsentative Wohnschloss errichtet, dessen Bau Herzog Georg der Bärtige erließ. Deshalb heißt heute dieser Teil des Schlosses Georgenbau mit dem bekannten Georgentor. 1547 wurde das Schloss im Auftrag von Kurfürst Moritz nach Westen ausgebaut. Hans und Bastian Kramer schufen den prächtigen Moritzbau und den großen Schlosshof.

Im Jahre 1701 brannte das Schloss ab. Mit dem Wiederaufbau wurden von August dem Starken bekannte Architekten beauftragt. Unter ihnen war auch der durch ihn besonders geförderte Matthäus Daniel Pöppelmann. Er schuf zusammen mit dem Franzosen Raymond Leplat und dem Juwelierkünstler Johann Melchior Dinglinger das Grüne Gewölbe, dessen Name von der Farbe des Anstrichs stammt. Nach der vollständigen Renovierung soll die Kunstsammlung des Grünen Gewölbes wieder im Schloss untergebracht werden.

Zum Schloss gehört auch der Stallhof mit dem langen Gang an der Augustusstraße, der 1586 - 91 von Paul Buchner errichtet wurde. Der Stallhof diente im Zeitalter der Renaissance als Turnier- und Festspielplatz und gilt als die älteste erhaltene Anlage dieser Art. Als Touristenattraktion gilt der "Lange Gang" zum Johanneum, dem ehemaligen Stallgebäude. Der "Lange Gang" ist ein zweigeschossiger Arkadenbau mit 22 toskanischen Säulen. Zwischen den einzelnen Bögen befinden sich Wappen, die sich auf die wettinischen Besitzungen beziehen.

Berühmt ist auch die Wand zur Augustusstraße hin. Auf dieser Wand befindet sich der 102 Meter lange Fürstenzug. Er wurde 1872 - 76 von Wilhelm Walther als Sgraffitomalerei geschaffen. 30 Jahre später wurde er, um das Wandbild vor Verwitterung zu schützen, auf 25000 Meißner Porzellankacheln übertragen. Im Fürstenzug wurden die Markgrafen, Kurfürsten und Könige aus dem Hause Wettin zusammen mit Personen aus Wissenschaft und Kunst dargestellt.

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