Schloss Pillnitz

Das Schloss war bis 1918 die Sommerresidenz der Wettiner. August der Starke hatte das Schlösschen - ursprünglich ein Renaissancebau - 1708 für seine Mätresse Gräfin Cosel bauen lassen. Nachdem sie 1718 in Ungnade gefallen war und auf die Festung Königstein geschickt wurde, ließ August der Starke durch Matthäus Daniel Pöppelmann und Zacharias Longuelune das "Lustschloss für Park- und Wasserfeste" bauen. 1720 wurde das dreigeschossige Wasserpalais mit Treppen zur Elbe hinunter errichtet.

Im Mittelbau des Palais legten die Restauratoren Freskenmalerei aus der Zeit nach 1722 frei, die als älteste Beispiele der Chinoiserie in der europäischen Innenarchitektur gelten. Als symmetrisches Parallelstück zum Wasserpalais fügte man 1722/23 das spätbarocke Bergpalais hinzu. Beide Anlagen wurden 1788 - 91 um zweigeschossige Flügelbauten verlängert, was noch durch Zacharias Longuene geplant wurde. Das klassizistische Neue Palais, das die Hauptgebäude verbindet, wurde 1822 - 26 anstelle des 1818 abgebrannten Renaissance - Schlosses errichtet.

Zum Schloss Pillnitz gehört auch der Park Pillnitz. Er erfuhr im Laufe der Zeit Veränderungen. Ältester Parkbau ist der Mittelteil der Orangerie, die 1730 nach einem Entwurf von Zacharias Longuelune errichtet wurde. 1784 entstanden der Englische Pavillon, neben dem sich die älteste japanische Kamelie in Europa befindet, 1804 der Chinesische Pavillon und 1859 das Palmenhaus. Zum Park Pillnitz gehören auch der Holländische und der Chinesische Garten sowie ein Koniferenhain, in dem Nadelbäume aus aller Welt zu sehen sind. Eine 500 m lange Kastanienallee diente nach 1766 als Maillebahn, wo man Maille - ein golfähnliches Ballspiel in der Zeit des Rokoko spielte.

Nach oben

Hauptseite (DE)