Japanisches Palais

Das Gebäude ist ein Beispiel für eine gute Gemeinschaftsarbeit der damals führenden Dresdner Architekten: Mathäus Daniel Pöppelmann, Jean de Bodt, Zacharias Longuelune und Johann Christoph Knöffel, die alle am Bau des Palais von 1727 - 35 beteiligt waren. Die imposante Vierflügelanlage mit Dächern im japanischen Stil, Eckpavillons und chinoisierender Bauplastik zählen zu den hervorragendsten Leistungen des Dresdner Barock.

Vorgänger des heutigen Baus war ein 1715 von Johann Rudolph Faesch für Graf Jakob Heinrich von Flemming erbautes Landhaus, das auch als Holländisches Palais bezeichnet wurde, weil es an den holländischen Gesandten vermietet war. 1717 wurde das Palais von August dem Starken erworben, der dort den Bau eines vierflügeligen Porzellanschlosses plante, in dem die Dächer und Innenausstattung aus Porzellan bestehen sollten. Diese letzte Idee kam nie zur Ausführung. Zunächst war das Japanische Palais Magazin der Meißner Manufaktur.

Im Jahre 1782 wurde es zu einem Museum umgebaut, das zuerst die kurfürstliche Bibliothek beherbergte und dann die spätere Landesbibliothek. Es wurde auch für die Skulpturen- bzw. Münzsammlung genutzt, die seit 1898 im Albertinum aufbewahrt waren. Gottfried Friedrich Semper schuf 1836 den Entwurf für die antikisierdene Ausmalung des Erdgeschosses. Nach dem Zweiten Weltkrieg in dem das Palais ausbrannte, begann 1952 die Restaurierung des Gebäudes zum "Landesmuseum für Vorgeschichte und Staatlichen Museum für Völkerkunde". Der unter Einbeziehung des alten Festungswalls geschaffene Park gehörte zu den großen Barockgärten der Stadt. Für den Komplex des Japanischen Palais schufen Ernst Rietschel und Gottfried Semper das Denkmal des Königs Friedrich Augusts I.

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