Hofkirche

Die Hofkirche ist mit 4800 qm der größte katholische Kirchenbau in Sachsen und gleichzeitig der letzte Barockbau Dresdens. Der Bauherr war Kurfürst Friedrich August II., Nachfolger August des Starken. Er wurde, ähnlich wie August der Starke, zum König von Polen ernannt. Und ähnlich wie sein Vater musste er erst konvertieren, um König vom katholischen Polen werden zu können, was 1719 geschah. Die Errichtung einer katholischen Kirche, deren Baudekret noch August der Starke erließ, stieß im Mutterland der Reformation auf großen Widerstand. Deshalb wurde der Grundstein am 28. Juli 1739 früh um 5 Uhr in aller Stille gelegt, so dass niemand wusste, was gebaut werden sollte.

Der Kurfürst ließ als Architekten den Italiener Gaëtano Chiaveri kommen, Unterstützung für ihn sollten seine Landsleute Francesco Placidi und Antonio Zucchi sein. Die Hofkirche wurde trotzdem kein italienischer Bau, weil die italienischen Architekten kein Wort Deutsch sprachen und mit den sächsischen Arbeitern große Probleme hatten. Schließlich kehrte der beleidigte italienische Baumeister nach 10 Jahren nach Rom zurück und seine Aufgaben übernahmen der Baumeister Johann Christoph Knöffel und Julius Heinrich Schwarze. Sie vollendeten den im römischen Barockstil gehaltenen Kirchenbau. Zum Ende wurde ein zweistöckig durchbrochener 91 Meter hoher Turm aufgesetzt. Das protestantische Dresden erhielt als schönsten Sakralbau eine katholische Hofkirche, deren Kosten die protestantischen Steuerzahler selbst trugen. Unter Napoleon erfolgte 1806 die förmliche Anerkennung der Hofkirche durch das Land Sachsen.

Die Hofkirche ist eine dreischiffige Basilika. Das Mittelschiff ist 52 Meter lang und 18 Meter hoch. Außer der Scheitelkapelle befinden sich dort auch vier Eckkapellen: die Kreuzkapelle, die Sakramentskapelle, die Bennokapelle und die Johann - Nepomuk - Kapelle, die bis heute seit 1973 als "Gedächtniskapelle für die Opfer des 13. Februar 1945 und aller ungerechten Gewalt" dient. Das flach geneigte Kirchendach wird von Balustraden abgegrenzt, die mit 3,5 Meter hohen Apostel- und Heiligenfiguren geschmückt sind. Diese 59 Statuen hat der italienische Künstler Lorenzo Mattielli geschaffen. In der Kirchengruft befinden sich 49 Sarkophage der katholischen Wettiner und der besonders reich verzierte Sarkophag des Königs Johann. Dort befindet sich auch das Gefäß mit dem Herzen Augusts des Starken, dessen Leiche in Krakau begraben ist.

Zur Ausstattung der Kathedrale gehören viele wertvolle Kulturgüter aus dem 18. Jahrhundert, die das Bombardement überstanden haben. Die Dresdner Hofkirche besitzt als einzige Kirche in Dresden eine Silbermannorgel, die die schönste und gleichzeitig die letzte von Silbermann ist. Von Balthasar Permoser stammt die polierweiße und teilweise vergoldete Kanzel. Von ihm stammt auch die Marmorplastik "Christus an der Martersäule". In der Hofkirche befinden sich auch das Hochaltargemälde "Christi Himmelfahrt" (fast 42 qm Fläche) von Raphael Anton Mengs, das 4,2 m hohe silberne Kreuz und sechs 2,1 m hohen silberne Leuchter aus der Werkstatt von Johann Ignaz Bauer.


W. Fellmann - Sachsen
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