GESCHICHTE

Im MittelalterReformation und deren FolgenDas augusteische ZeitalterDer siebenjährige KriegDie Zeit der BürgertumEntwicklung zu einer IndustriezentrumDer Ausbruch des Zweiten WeltkriegesDie SED-ZeitNach der Wende


Dresden im Mittelalter

Die Geschichte Sachsens sowie Dresdens wurde von Anfang an durch die Wettiner geprägt. Als Begründer der wettinischen Hausmacht gilt Konrad der Große, der von 1123 bis 1156 regierte. Mit Konrad dem Großen beginnt die fast 800 - jährige Herrschaft der Wettiner in diesem Land.

Dresden war nicht von Anfang an eine bedeutende Stadt. Viele Städte verdankten ihren Aufschwung den Flüssen, die als Handelsstraßen und Transportwege dienten. Die Elbe aber, an der Dresden liegt, war zunächst keine Handelsstraße. Sie war so flach, dass sie sogar für Boote mit geringem Tiefgang kaum schiffbar war.

Im Jahre 1206 wurde Dresden zum ersten Mal erwähnt. Außerhalb der Stadtmauer um die Frauenkirche herum (eh. Marienkirche) war Vorstadt, die man später als Altendresden bezeichnete. In einer weiteren Urkunde, diesmal aus dem Jahre 1216, wurde Dresden als in civitate nostra Dreseden bezeichnet. Trotz des Tuchhandels blieb Dresden bis zum Ende des Mittelalters eine wirtschaftlich und politisch relativ unbedeutende Stadt. Ein wesentlicher Grund dafür war auch die flache, kaum schiffbare Elbe.

Die wettinischen Lande mussten sich immer wieder gegen die Angriffe von außen wehren. Auch dem sächsischen Land wurde das nicht erspart. Kaiser Heinrich VI. wollte die Mark Meißen seinem Reich einverleiben. Auch die Könige Adolf von Nassau und Albrecht I. sowie Kaiser Karl IV. versuchten, Sachsen für sich zu gewinnen. Alle diese Versuche blieben erfolglos. Zwar gelang es den Kaisern und den Königen nicht, Sachsen zu erobern, jedoch zerfiel das Land von Innen her, weil die Wettiner untereinander im Streit lagen. Immer wieder machten sich die Herrscher gegenseitig das Territorium streitig. Endgültig führte das zum Bruderkrieg und schließlich zur sogenannten Leipziger Teilung im Jahre 1485. Die wettinischen Besitzungen wurden zerteilt und auch die Wettiner selbst teilten sich in zwei Linien: Albertiner und Ernestiner. Die ernestinische Linie bekam Vogtland, das Wittenberger Kurland und einen großen Teil Thüringens, die albertinische Linie dagegen erhielt Teile des Landes um Leipzig und das nördliche Thüringen. Herzog Albrecht machte Dresden zu seiner Residenz und auf diese Weise gewann die Stadt eine Bedeutung, die sie nie zuvor hatte.

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Reformation und deren Folgen in Dresden

Nach 1491 wurde das Aussehen der Stadt verändert. 1491 gab es in Dresden einen riesengroßen Brand, der große Teile der Stadt vernichtete. Dank des Herzogs Albrecht wurde die Stadt wiederaufgebaut. Auf Grund der neuen Bauordnung musste man auf Holz weitgehend verzichten und überwiegend Steine und Ziegel verwenden. Die Stadt bekam auf diese Weise architektonisch gesehen einen neuen Charakter. Unter Georg dem Bärtigem, dem Nachfolger des Herzogs Albrecht, erlebte die Stadt ihre erste Blütezeit. Unter seiner Regierung beginnt in Dresden die Renaissance - Baukunst. Unter der Herrschaft Georgs des Bärtigen, der zu den bedeutendsten Gegnern Luthers gehörte, blieb Dresden katholisch, obwohl sich fast ganz Sachsen der Reformation zugewandt hatte. Dieser Zustand dauerte bis zu seinem Tod im Jahre 1539. Dann schlossen sich die Albertiner unter Heinrich dem Frommen der Reformation an, und auf diese Art und Weise wurde Sachsen zum führenden protestantischen Staat auf deutschem Boden.

Im Jahre 1530 entstand der Schmalkaldische Bund, der von Protestanten gegründet wurde. 1547 ging als Folge des Schmalkaldischen Krieges die Kurwürde auf den albertinischen Herzog Moritz über. Damit wurde Dresden zu einer einflussreichen Metropole. Dann wurde die Stadtmauer durch ein Befestigungssystem ersetzt und 1550 das unabhängige Altendresden der Stadt angegliedert. Die Stadt entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum und die Bürger Dresdens lebten in Wohlstand. Unter Kurfürst August wurden viele neue Bauten begonnen, was Dresden zu einer prachtvollen Renaissance - Stadt umgestaltete. Damit wurde der Grundstein für Dresdens späteren Ruhm als Kulturstadt gelegt.

Im 17. Jahrhundert wuchs die Bedeutung Dresdens als kulturelles Zentrum, wirtschaftlich aber hat sich die Situation verschlechtert. Das war Folge des Dreißigjährigen Krieges. Dresden gehörte zwar nicht zu den Schauplätzen dieses Krieges, aber seine Folgen waren auch hier zu spüren. Das Geld verlor an Wert, die Bevölkerung, die früher im Wohlstand lebte, musste Hunger leiden. Auch wurde die Stadt von Epidemien nicht verschont. So verursachte die Pest den Tod von Tausenden von Opfern. Für eine Stadt, deren Einwohnerzahl damals 15000 Bürger betrug, war dies ein starker Einwohnerverlust. Dresden jedoch erholte sich sehr schnell davon und da Kurfürst Johann Georg II. die Pracht liebte, veranlasste er neue Bauten.

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Das augusteische Zeitalter

Im Jahre 1697 beginnt wieder die Blütezeit für Dresden. In diesem Jahr wurde Kurfürst August der Starke als August II. auch zum König von Polen. Dadurch wurde Sachsen - neben Preußen und Österreich - zur dritten deutschen Großmacht. Dresden hat auch durch dieses Ereignis weiter an Ruhm gewonnen. Die Residenz sollte die Macht August des Starken und die Bedeutung Sachsens widerspiegeln, also ließ er Dresden, das damals eine Renaissance - Stadt war, in eine Perle des Barock umbauen. Damals wurden der Zwinger und das Japanische Palais errichtet. Auch die katholische Hofkirche wurde erbaut, weil der protestantische August der Starke konvertieren musste, um König vom katholischen Polen werden zu können. Das Volk und die Untertanen durften aber protestantisch bleiben.

Die Wahl Augusts des Starken zum König von Polen gab die äußere Rechtfertigung dafür, dem Hof eine neue bauliche Gestalt zu schaffen. Dresden wurde von der kurfürstlichen Residenzstadt zu einer europäischen Hauptstadt und erlebte eine nie dagewesene Pracht. Es wurden viele Maler, Bildhauer, Handwerker und Architekten, wie z.B. Daniel Pöppelman und der Bildhauer Balthasar Permoser, nach Dresden geholt, die der Stadt ein neues Aussehen geben sollten. Millionen sollten ausgegeben werden, um Dresden zu verschönern und seinen Ruhm zu bestätigen und zu vergrößern. Die Beschaffung dieser riesengroßen Geldmenge ging jedoch weit über die Kräfte und Möglichkeiten des kleinen Landes hinaus. Zum Glück für August den Starken erfand jedoch Johann Friedrich Böttger 1709 (angeblich) zufällig das Porzellan, das für einen entsprechenden Geldzufluss in die Staatskasse sorgte . Ein Jahr später wurde in Meißen eine Manufaktur eröffnet die mit Porzellanherstellung begann. Das hier erwirtschaftete Geld wurde nicht nur für die Verschönung Dresdens, sondern auch für die verlorenen Kriege gebraucht, die er als König von Polen führte und nicht zuletzt auch für pompöse Festlichkeiten, die öfter mehrere Tage dauerten.

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Der Siebenjährige Krieg

Die glanzvolle Pracht Dresdens, die unter August dem Starken entstand, nahm ein Ende während des Siebenjährigen Krieges. Die Stadt war abwechselnd in österreichischen, dann in preußischen Händen. Die Stadt, die abwechselnd von Preußen und Österreich belagert war, erlebte viele Verluste. Sowohl Preußen als auch Österreich brauchten neue Soldaten zum Kampf, also erfolgten in Dresden Zwangsrekrutierungen. Die Einquartierungen der Soldaten verursachten viele Zerstörungen, letzten Endes richteten auch viele Stadtbrände das wirtschaftliche und kulturelle Leben zugrunde. 1760 erschien Friedrich der Große persönlich, um Dresden von den österreichischen Truppen zurückzuerobern. Die Stadt erlebte den schwersten Beschuss vor dem Bombardement des II. Weltkrieges, der große Zerstörungen mit sich brachte. Der prachtvolle, höfische Glanz der Stadt gehörte der Vergangenheit an. Der Aufbau der Stadt wurde durch den klassizierenden Spätbarock bestimmt.

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Die Zeit der Bürgertum

In Dresden begann das Zeitalter des Bürgertums. Die Französische Revolution 1789 übte ihren Einfluss in ganz Europa aus, so auch das Leben in Sachsen. 1790 kam es hier zu Unruhen, von denen auch die sächsische Residenzstadt erfasst wurde. Während des Napoleonischen Krieges trat Sachsen dem Rheinbund bei, wofür es von dem französischen Kaiser mit der Königswürde belohnt wurde. Nach der Niederlage der napoleonischen Truppen musste Sachsen für seinen Beitritt zum Rheinbund schwer büßen. Durch Beschluss des Wiener Kongresses musste Sachsen auf über die Hälfte seines Territoriums verzichten. Dadurch schrumpfte das Land in etwa auf seine heutige Ausdehnung und fiel in politische Bedeutungslosigkeit.

Dresden entwickelte sich dafür zu einem Sammelpunkt der deutschen Romantiker. Die 1763 gegründete Kunstakademie zog bedeutende Künstler an. 1816 wurde Caspar David Friedrich Mitglied der Akademie, 1832 wurde Ernst Rietschel dort Professor, ähnlich wie 1834 Gottfried Semper. Dresden hatte auch den Ruf einer bedeutenden Musikstadt. Hofkapellmeister war 1817-26 Carl Maria von Weber, seit 1842 Richard Wagner.

Im Jahre 1831 begann der Anfang vom Ende des feudalen Ständestaates, Sachsen erhielt eine konstitutionelle Verfassung. 1848 erfasste Dresden die Revolution und am 3. Mai 1849 kam es zu einem Volksaufstand. In der Stadt wurden Barrikaden errichtet, es wurde eine provisorische Regierung gebildet. Die Straßenschlachten, an denen auch Richard Wagner und Gottfried Semper teilnahmen, dauerten sechs Tage. Schließlich wurden sie durch die preußischen und sächsischen Soldaten blutig niedergeschlagen.

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Entwicklung zu einer Industriezentrum

Im Jahre 1835 wurden alle Vorstädte Dresdens mit der inneren Stadt vereinigt. Dadurch erreichte die Stadt eine Einwohnerzahl von 100000. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Dresden zu einem wichtigen Industriezentrum. Diese Entwicklung begann mit Einführung der Dampfschifffahrt auf der Elbe, die schließlich schiffbar gemacht wurde. 1839 wurde die erste Ferneisenbahnstrecke Leipzig - Dresden eröffnet. Der Kohleabbau begünstigte den Aufbau der Industrie, die sich nach 1871 sehr energisch entwickelte, vor allem die Feinmechanik, die Schokoladen- und Brauereiindustrie sowie die Zigarettenherstellung. Dies wiederum führte zur Verbesserung der Verkehrsanlagen. 1875 wurde der Bahnanschluss nach Berlin errichtet, 1895 wurde der Elbehafen sowie die Bahnhöfe Dresden - Altstadt und Dresden - Neustadt und viele Elbbrücken im Stadtgebiet gebaut. 1892 begann die Eingemeindung industrialisierter Vororte . Durch die Industrieentwicklung und immer größer werdende Einwohnerzahl wuchsen auch die sozialen Spannungen. Die Arbeiterklasse wuchs und mit ihr auch die sozialdemokratische Bewegung.

Am Ende des Ersten Weltkrieges wurde in Sachsen die Republik ausgerufen. Am 9. November 1918 dankte der König Friedrich August III. ab. Damit endete die fast 800 - jährige Herrschaft der Wettiner in Sachsen. Die Weimarer Republik brachte die Einschränkungen der staatlichen Selbstständigkeit. Als jedoch 1939 die Nazis die Macht ergriffen, ist sie ganz verloren gegangen. Damit begann in Dresden das, was in allen anderen Teilen der Republik geschah - die Verfolgung der Juden.

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Der Ausbruch und Folgen des Zweiten Weltkrieges

Im Jahre 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus, der am Ende die größte Stadtzerstörung mit sich brachte. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 erlebte Dresden einen der schwersten anglo - amerikanischen Luftangriffe, die während des Zweiten Weltkrieges gegen eine Stadt geführt wurden. Das war Churchills Rache für Coventry. Der Luftangriff traf weniger die Industrie - und Kasernenbezirke am Rande der Stadt, als vielmehr die Innenstadt. Die Stadt brannte mehrere Tage und Nächte lang, die gesamte Altstadt und viele unschätzbare Kunstwerke wurden vernichtet, Tausende von Menschen kamen während des Bombardements ums Leben. Am 8. Mai 1945 erreichten die sowjetischen Truppen Dresden. Nach 1952 wurde die DDR in Bezirke geteilt, Dresden wurde zur Bezirkhauptstadt und fiel nach und nach ins Abseits.

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Dresden während der SED - Zeit

Der Wiederaufbau war langsam und ungleichmäßig. Probleme brachte die Enttrümmerung nach 1945 mit sich. Unter dem Vorwand der "Materialgewinnung" ging damals viel historische Bausubstanz verloren . Außerdem ließ das SED - Regime manches abreißen, sogar dann, wenn es kaum zerstört war. Ganze Straßenzüge wurden neu geplant wobei die Plattenbauweise bevorzugt wurde. Mit der Zeit erfolgte der Wiederaufbau von Zwinger, Semperoper, Hofkirche und anderen historischen Bauten.

Am 4. Oktober 1989 kam es zu einem Ereignis im Dresdner Hauptbahnhof, das die immer schwächer werdende Macht der Sozialisten in der DDR zeigte. An diesem Tag fuhr durch Dresden ein Sonderzug aus Prag nach der BRD. Mit diesem Zug fuhren die DDR - Flüchtlinge, die in der Botschaft der Bundesrepublik in Prag Asyl gefunden hatten. Als der Zug Dresden erreichte, versuchten Hunderte von DDR - Bürgern mit ihm ebenfalls nach der BRD auszureisen. Es kam zu blutigen Ausschreitungen der Polizei. Viele Demonstranten wurden festgenommen, aber nichts wurde ihnen nachgewiesen. 4 Tage später wurden die Gespräche mit der SED - Führung erzwungen. Damit wurde klar, das die sozialistische Macht nach und nach auseinanderfiel.

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Situation in Dresden nach der Wende

Am 14. Oktober 1990 gab es im wiederhergestellten Freistaat Sachsen die Landtagswahlen. Die neue Landesregierung wurde von Anfang an mit vielen Problemen konfrontiert. Neben der Arbeitslosigkeit gab es Wohnungsprobleme. In der Stadt fehlten Tausende von Wohnungen, und in vielen bestehenden dürfte eigentlich niemand wohnen, weil die Wohnbedingungen nicht den entsprechenden Normen entsprachen. Außerdem hemmten ungeklärte Eigentumsverhältnisse - das Erbe der durch die SED - Regierung vollzogenen Verstaatlichungen - die in der Stadt notwendigen Investitionen. Und diese waren sehr wichtig, um den Ruf Dresdens als Kulturstadt wiederherzustellen, der zu DDR - Zeiten durch sozialistische Bauten überschattet wurde, die die Größe und Unfehlbarkeit des Sozialismus zeigen sollten. Während der DDR - Zeit war Dresden eine Provinzstadt neben anderen. Das aber hat sich nach der Wende geändert. Dresden gehört heute zu den schönsten Städten in Deutschland, mit der Zeit wird sie auch zu den wichtigsten gehören, weil Dresden in einer der bedeutendsten Wachstumsregionen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR liegt. Außerdem ist Dresden ein Verkehrsknotenpunkt für die zukünftigen Verbindungen mit osteuropäischen Staaten.

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